Integration

Schulversuch "Soziale Integration":




Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden:
Die Republik (Bund, Länder, Gemeinden) bekennt sich dazu, die Gleichbehandlung von behinderten und nichtbehinderten Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten.

Artikel 7 der österreichischen Bundesverfassung

 

Integration im Sinne "Sozialer Integration" kann an unserer Schule bereits auf langjährige Tradition verweisen...


 

Auszug aus der Schulchronik:



Soziale Integration

Nach vielen Jahren stiller Integration von Schülern, welche nicht aus der 8. Schulstufe  - sondern von der 2. oder 3. Klasse HS - ins Poly kamen, ist es im Schuljahr 1995/96 erstmals gelungen, eine Klasse „Soziale Integration“ im Schulversuch zu errichten. Dies bedeutet, dass für einen Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf dem Lehrer der PTS zeitweise ein Stützlehrer zur Seite gestellt wird.

Durch das Vorhandensein von zwei Lehrkräften ist es möglich, viel intensiver auf jeden einzelnen Schüler einzugehen. In einer Schülergruppe mit natürlicher Begabungsstreuung, wie es in der Polytechnischen Schule Realität ist, sollen Individualisierung und Differenzierung besonders forciert werden. Der Lehrer ist geradezu gezwungen, nach neuen Wegen und nach neuen Zugängen zu einem Problem zu suchen. Und die Erfahrung zeigt auch, dass dies zwar oft Schwierigkeiten bereitet, letztendlich aber Befriedigung, Motivation  und vor allem Erfolg bringt.

 Da der Stützlehrer jedoch nur zeitlich beschränkt zur Verfügung steht, und sehr viel Arbeit an zusätzlichen Erklärungen etc. anfällt, ist es auch immer wieder notwendig, sich von der Klasse zu trennen und speziell mit dem Integrationsschüler, dessen spezifische Schwierigkeiten zu klären, und auf seine besondere Situation im Klassenverband Rücksicht zu nehmen.

 Besondere Flexibilität müssen jene Lehrer zeigen, welche viele Wochenstunden ohne Stützlehrer sehr viel an Differenzierungs- und Individualarbeit leisten. Es bedarf von diesen Lehrpersonen sehr viel Engagement für die Sache. Hier kommt allerdings auch besonders der Klassenverband zu tragen, indem sich die Schüler gegenseitig sehr gut mit allen Stärken und Schwächen kennen, akzeptieren und vor allem auch helfen lernen.

 Ein Problem im Stützlehrersystem liegt in der zwangsweisen Sonderstellung des bedürftigen Schülers. Eine echte Klassengemeinschaft entsteht nur schwer, da viele Kinder das Gefühl haben, dass der Stützlehrer dem besonders Lernschwachen eine bevorzugte Rolle verschafft.

Schulische Integration ist ein andauernder und anstrengender Prozess, sie macht es aber möglich, eine persönliche Entwicklung aller Beteiligten zuzulassen. „Die integrative Schule will zur gegenseitigen Hilfe erziehen, das kooperative Verhalten fördern, Einfühlungsvermögen und Sensibilität für einander entwickeln, solidarisches Verhalten unterstützen, Mitmenschlichkeit einüben.“(Muth)….  Neues wird in diesem Schulversuch, der in der Volksschule bereits Regelschulwesen darstellt, initiiert, damit alle Gleichaltrigen gemeinsam aufwachsen können, und niemand in ein soziales Ghetto abgeschoben wird. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass dies auch durchaus zum Vorteil unserer „Regelschüler“ geschehen kann.

 Selbst die Wirtschaft fordert heutzutage neben Fachkompetenz die Fähigkeit zu Zusammenarbeit, sowie Originalität und Flexibilität im Umgang mit Neuem und Fremden. Gerade diesen Forderungen wird eine Sozialintegrative Schule gerecht. Neben Wissenserwerb werden soziale Fähigkeiten und autonomes Handeln in den Fordergrund gestellt.

 So gibt es viele Gründe den Schritt in die Integration zu gehen und sich gemeinsam - jeder aufbauend auf den Stärken des anderen - ein Stück weiterzuentwickeln. Denn: Erziehung ohne Ausgrenzung ist eine Menschenrechtsfrage, die alle betrifft.

 

Der Faire respektiert den anderen,

der Kluge lernt vom anderen,

- der Weise arbeitet mit den anderen.

                              ( Josef Recla )